Chronik nach 1900

 


 

1908

weitere Schrägstellung durch Erdfall, damals Beginn von Rettungsversuchen, u. a. durch Spendensammlung

25. Oktober 1909

Erste Vereinigung zur Erhaltung des Turmes ins Leben gerufen

1911

Ausbesserungsarbeiten, zwei 11m hohe schwere Pfeiler an der Nord- und Ost-Ecke errichtet

Fürstin Anna-Luise von Schwarzburg-Sondershausen unterstützt  Solidaritätsbasar 1910
Aufnahme um 1910; Basar zur Erhaltung des Kirchturms der Oberkirche Bad Frankenhausen
in Anwesenheit der Fürstin Anna-Luise von Schwarzburg-Rudolstadt
(v.l.n.r.: Generalsuperintendent Braune aus Rudolstadt, Bürgermeister Sternberg, Freiherr von Ketelhodt,
Fürstin Anna-Luise von Schwarzburg-Rudolstadt, eine Hofdame, Geheimer Kirchenrat Hesse,
Pastor em. Gustav Bloß,  Archidiakonus Rößler, Postdirektor Lipski, zwei Hofdamen)

8. Oktober 1911

erneute Weihung der Kirche

1913

große Glocke wird umgegossen, sie und die mittlere Glocke wurden im 1. Weltkrieg eingeschmolzen, es blieb nur eine kleine Glocke und der sog. Seier aus der Gottesackerkirche

1920

erste Bohrungen, Neigung gegen die Senkrechte von 5 cm auf 1 m Höhe, bezogen auf massiven Turm

1925, 1934

neuerliche gutachterliche Untersuchungen

1925

baupolizeiliche Sperrung und Abrissvorschläge

1935 - 1936

sinnvolle Maßnahmen durch Prof. Rüth; er veranlasste die Anbringung von  Ringankern aus Flacheisen, welche den Turm fünffach umschlossen und mit dem Langhaus verankerten, Ostgiebel wurde abgerissen, Mauer in Leichtbauweise (Bimsbeton Hohlblocksteine) Neubeschieferung

19. Mai 1936

Anbringung des Turmknopfes

27. Juni 1937

Einweihungsgottesdienst

Die Oberkirche nach Einrüstung des Turmes um 1936
Die Oberkirche nach Einrüstung des Turmes
um 1936
(Foto: Prof. Rüth, Dresden)

1938

letzte Taufe

1943

letzte Eheschließung

April 1945

Freigabe zur Plünderung der von den Nazis im Gebäude gehorteten Waren  durch die eingerückte amerikanische Befreiungsarmee, dabei auch  Zerstörung der Inneneinrichtung

1952

Turm und Südseite Schiefereindeckung

1961 / 1962

Schwammbefall, Abtragen des Kirchendaches

seit 16. Juni 1968

nur im Sommerhalbjahr gottesdienstliche Handlungen

in 70er Jahren

Kreuz an nunmehr unverputzter Ostwand montiert

1984

erneute baupolizeiliche Sperrung und Anhalten der Turmuhr

16. Mai 1992

Gründung des Fördervereins Oberkirche Bad Frankenhausen e.V.

1993

Beginn der Bestandssicherung

9. September 1993

nach Sicherungsarbeiten Vollsperrung aufgehoben

12. September 1993

wieder erster Gottesdienst, seit Wiedereröffnung bereits zwei Taufen

1999 / 2000 / 2001

Beginn der Turmstabilisierung: kraftschlüssige Verankerung der hölzernen Turmhaube mit dem steinernen Schaft und dort teilweise Gebälkerneuerung und Beschieferung; Versteifungsarbeiten am steinernen Turmkörper durch  Vernadelung, Verfüllung mit Leichtbetonschaum, Reparatur der vorhandenen eisernen Außenringanker; Anbringung von Innen-Ringankern, div. Mauerwerksreparaturen, Montage einer von zwei erforderlichen sog.  Deckenscheiben (Stahlbetonarmierungen, die auf zwei Ebenen des hohlen  Turmkörpers das Mauerwerk gegeneinander abstützen und so evtl. Ausbrechen von Gestein verhindern) diese Maßnahme konnte wegen fehlender Finanzierung noch nicht zu Ende gebracht werden!
Leitender Architekt: Herr Volker Trautvetter aus Frauensee

9. Juni 2001

neue elektronische Turmuhr konnte übergeben werden (durch eine Spendenaktion der Bürger finanziert)

November 2006

Restaurierung einer im Herbst 2004 unter Putz an der Südwand des Kirchenschiffs entdeckten vertikalen polständigen Sonnenuhr aus dem Jahre 1505 aus Spendenmitteln

2007 - 2009

verschiedene Untergrunduntersuchungen und Sanierungsarbeiten; die Sole der Elisabethquelle aus dem Quellgrund fließt 25m unter dem Turm entlang; verschiedene Konzepte für die Erhaltung vorgelegt; Herbst 2009 Probeverpressung des Untergrundes bis in etwa 10m Tiefe

1. Februar bis Mai 2011

Größte Spendenaktion in der Geschichte der Oberkirche:
Spendenaktion in einem gemeinsamen Bündnis zwischen Stadt Bad Frankenhausen, Förderverein, engagierten Bürgern, Vereinen und Gewerbebetrieben
Ziel: Sammlung der für die langfristige Sicherung notwendigen Mittel

5. Dezember 2011

In einer öffentlichen Stadtratssitzung stimmt der Stadtrat mit 9 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 3 Stimmenthaltungen dem Kauf der Oberkirche zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro zu.
Damit wird in letzter Minute der vom bisherigen Eigentümer geplante Rückbau des Oberkirchturms verhindert. Die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen können nun unter der Verantwortung der Stadt Bad Frankenhausen durchgeführt werden.

22. Dezember 2011

Mit Unterschrift des Kaufvertrages und Zahlung des symbolischen Kaufpreises von 1 Euro geht mit heutigem Tag die Oberkirche incl. ca. 3.700 m² zugehörigem Kirchengrundstück in das Eigentum der Stadt Bad Frankenhausen über.

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